Internationaler Kinderbuchtag: Was bleibt in Erinnerung?

Dass Bücher die Fantasie von Kindern anregen, ist wohl eine allgemein bekannte Annahme. Aber was bleibt eigentlich bis ins Erwachsenenalter? An welche Kinderbücher erinnern wir uns heute noch und würden wir diese Bücher auch heute noch für Kinder empfehlen? Passend zum heutigen internationalen Tag des Kinderbuches haben wir einige Co-Autoren befragt und interessante Erfahrungen mit verschiedensten Kinderbüchern für euch zusammengefasst.

Ich weiß noch wie ich damals mit der kleinen Klokröte in ihrem Teich schwamm und der Ansprache von Kuno dem Karpfen lauschte, als plötzlich der Teich wackelte, das Wasser trüb wurde und es entsetzlich stank. Unser Abenteuer im Kampf gegen die Umweltverschmutzung begann. Ich fand es vor allem extrem lustig mit der kleinen Klokröte und ihren Freunden das Rätsel um das große Teichwackeln zu lösen. Bis heute kann ich mich gut an das Buch von Jan Jepsen erinnern. Die kleine Klokröte ist eine wirklich tolle Geschichte, die nicht zu lang geraten ist und mit schönen Illustrationen ausgeschmückt wurde.

Als ich etwas älter war, habe ich dann weniger Wert auf die Illustrationen in einem Buch gelegt, fand es aber immer noch spitze eher kürzere Geschichten zu lesen. Deshalb habe ich dann das kleine Herzchen Eri auf seinem Weg ins Erwachsenenleben begleitet. „Ein Herzchen Namens Eri“ ist in einem Sammelband von Kurzgeschichten unter dem Titel „Die Antwortfee“ herausgebracht worden.

Quelle: Carlsen

Es geht um Eri, einem kleinem Herzchen, das noch lernen muss mit verschiedenen Emotionen umzugehen. Zuerst lernt Eri die Begleiter Glück und Freude kennen und verbringt eine tolle Zeit mit ihnen. Später werden Eri dann aber auch negative Emotionen wie Trauer und Wut vorgestellt. Ein wenig erinnert die Geschichte an „Alles steht Kopf“, einem Disneyfilm, der letztes Jahr erschien und große Erfolge feierte. Auch hier wurden die Emotionen personifiziert und kindlich vorgestellt. Ich war auf jeden Fall früher ganz begeistert von dieser tollen Kurzgeschichte und sie ist mir bis heute gut in Erinnerung geblieben.

Theresa, 24 Jahre

Quelle: Loewe

Gefühlt habe ich als Kind mehr gelesen als geschlafen. Was allerdings auch daran liegen könnte, dass ich als junger Schlingel gerne mal um 6 oder früher aufgestanden bin und mich dann runter ins Wohnzimmer geschlichen hab um Fernsehen zu gucken. Gelesen hab‘ ich in der Regel die üblichen Verdächtigen: Die wilden Kerle, Eragon, ab und zu die Bild am Sonntag. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als meine Mutter mir ein Buch aus der Stadt mitgebracht hat, ich den Schinken an einem Abend durchgelesen habe und sie das Buch am nächsten Tag gegen den 2ten Band umgetauscht hat.

Am besten in Erinnerung geblieben ist mir wahrscheinlich das Buch Gespensterjäger im Feuerspuk. Die Kombi aus Menschen und Gespenst, die andere Gespenster jagen, erinnert mich heute stark an die Ghostbusters, nur dass dieses Buch grundsätzlich weniger erschreckend für Kinder ist und daraus resultierend für mehr Platz im eigenen Bett sorgen sollte. Wir haben‘s ja alle getan: „Mama, Papa? Ich hab‘ Angst, kann ich bei euch schlafen?“

Als Kind konnte ich die Feuergespenster regelrecht an jeder Ecke fühlen, aber nicht im beängstigen Sinne, sondern eher im abteuerlichen Sinne. Doch auch weniger enthusiastische Leser kommen bei dem Buch auf ihre Kosten, das Buch hat nämlich viele ganzseitige Illustrationen! Cornelia Funke hat auf jeden Fall mit diesem Buch ein Teil meiner Kindheit geschaffen, der mir immer gerne in Erinnerung bleiben wird.

Andre, 21 Jahre

Ich kann mich zwar leider nicht mehr an alle Geschichten in Einzelheiten erinnern, aber ich weiß noch gut, dass ich zum Beispiel bei „Jim Knopf und die wilde Dreizehn“ mitgefiebert habe und als Kind sehr von dem Abenteuer beeindruckt war. Gefühlsmäßig war ich absolut in der Welt von Jim Knopf. Ich war traurig, weil Jim Knopf keine Eltern mehr hatte und ich hatte Angst vor dem Drachen Frau Mahlzahn. Es war richtiges Kopfkino und die Geschichte hat mich gefesselt. So bin ich als Kind ans Lesen gekommen, denn es war einfach spannend.

Trotzdem war es zu der Zeit nicht selbstverständlich an neuen Lesestoff zu kommen. Ein Highlight war zum Beispiel die Kinderkommunion. Im Alter von circa 8 Jahren bekam man einige Kinderbücher geschenkt. Hier erinnere ich mich vor Allem an Bücher wie „Hanni und Nanni“ oder „Anneliese Flunkerliese“. Selbst aussuchen konnten wir uns Bücher eigentlich erst als wir alt genug waren für die Bücherei. Interessant ist auch, dass ich dann

Quelle: Thienemann

später durch meine eigenen Kinder wieder auf viele Geschichten gestoßen bin, die ich schon lange vergessen hatte. Dadurch sind einige Kindheitserinnerungen bei mir geweckt worden.

Andrea, 50 Jahre

Quelle: Carlsen

Ja, ich habe als Kind gelesen. Viel. Viel mehr auch als heute – die Zeit fehlt. Leider! Als Kind habe ich abends noch heimlich im Bett weitergelesen. Schnell das Licht aus, wenn man Schritte auf der Treppe hörte. Meine Papierdroge: ganz klar die Harry Potter-Reihe von J.K. Rowling. Schon als der Hype noch nicht da war, hatte ich die ersten beiden Bücher verschlungen. Meine Mama hatte sie, damals noch als Geheimtipp, im Buchladen empfohlen bekommen, da war ich noch in der Grundschule.

Die Verbindung in der Geschichte zwischen der fantastischen Zauberwelt und unserer Realität hat mich nicht losgelassen. Der normale Harry, ungefähr so alt wie ich, einer von uns. Der erst an seinem 11. Geburtstag erfährt, dass er zaubern kann. Und dann immer tiefer eintaucht in eine Welt der Magie, mit Fabelwesen, Schlössern, Geistern und schrulligen Figuren wie Arthur Weasley oder Albus Dumbledore. Und natürlich die spannenden Abenteuer an der Seite seiner besten Freunde.

Schade, ich habe vergeblich auf meine Eule aus Hogwarts gewartet. Ich bin sicher: Auch meine noch nicht vorhandenen Kids werden irgendwann mal Harry Potter lesen. Alle Bücher.

Nils, 25 Jahre

Das Buch dass ich mir ausgesucht habe heißt „Astrid Lindgren Erzählungen“ welches im Oetinger Verlag erschienen ist. In dem Buch sind viele Kurzgeschichten von Astrid Lindgren wie zum Beispiel „Na klar, Lotta kann Rad fahren“ oder „Kinder aus Bullerbü“. Jetzt fragt man sich wahrscheinlich, wo ist denn Pipi Langstrumpf? Ja Pipi Langstrumpf habe ich auch geliebt, wie könnte es auch anders sein. Hierfür hat der Oetinger Verlag aber ein eigenes Buch heraus gebracht (welches ich natürlich auch besitze).

Dennoch habe ich mich für die Erzählungen entschieden, da dort eine Geschichte drin ist, die mir besonders im Gedächtnis geblieben ist: „Na klar, Lotta kann Rad fahren“. Diese Geschichte ist meine Lieblingsgeschichte, da ich mich sehr gut mit Lotta identifizieren kann und die Geschichte sehr spannend geschrieben ist und zeigt, dass man nicht immer das bekommt, was man will. Lotta ist ein fünf Jahre junges Mädchen, welches von ihren

Quelle: Oetinger

älteren Geschwistern ein bisschen geneckt wird, da sie noch kein Rad fahren kann. Zu Ihrem Geburtstag wünschte sie sich dann ein Fahrrad, doch das hat sie nicht bekommen. Daraufhin ging Lotte rüber zu Tante Berg und sah im Schuppen das Fahrrad von Frau Berg stehen…

Johanna, 19 Jahre

Unsere Co-Autoren scheinen sich also auch im Erwachsenenalter noch an ganz verschiedene Kinderbücher zu erinnern und unterschiedliche Leseabenteuer erlebt zu haben. Welche Erfahrungen hast du gemacht? Gibt es ein Buch, das dich besonders gefesselt hat und das du nicht vergessen konntest? Schreib uns gerne in den Kommentaren!

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