Reingehört – Lauras Platten im März 2017

Wir freuen uns sehr heute eine neue Kategorie, die Musik, mit in unser Magazin aufzunehmen, denn unsere Co-Autorin Laura hat sich die Mühe gemacht, ein paar Musikalben, die im März neu erschienen sind, für dich zu rezensieren. Laura ist 25 Jahre alt, ein sehr unternehmenslustiger Mensch, liest gerne und viel, liebt es Konzerte zu besuchen und hört vor Allem gerne Editors, White Lies, To kill a King, Twentyone Pilots und Linkin Park. Außerdem führt sie einen interessanten Instagramaccount, den du unbedingt mal besuchen solltest!

Frances – Things I’ve never said (DELUXE)

Die erste Platte, die ich mir diesen Monat für euch vorgenommen habe, ist „Things I´ve never said“ von Frances. Ab und an höre ich gerne mal Musik aus dem Genre „junge, weibliche Stimmen, eventuell mit Klavier oder Gitarre“, weshalb mich die Aufmachung des Covers und der Name von Frances angesprochen haben. Tatsächlich wurde ich nach dem ersten Hören nicht enttäuscht. Auch wenn die meisten Lieder sehr vor sich hin plätschern, hat Frances es geschafft, an meinem Schreibtisch eine wunderschöne Atmosphäre zu schaffen. Ihre Stimme erklingt oft alleine und erzählt Geschichten. Ab und an erscheinen zweite Stimmen oder eine Art Background-Chor, der vor allem die dramatischen, herzbrecherischen Stellen hervorhebt und noch schmerzhafter klingen lässt. Dazu kommen oft distinkte, harte Klaviertöne; man spürt förmlich, wie Frances auf die Tasten ihres Pianos einhackt und ihren ganzen Schmerz herausspielt.

Dennoch will man nicht ein ganzes Album voll mit harten, traurigen Klaviertönen hören. So wird leider die teils melancholisch-trabende, teils fröhlich-selbsbewusste Stimmung auf Dauer langweilig. Zwar zeigt das Album mit dem bekannten „Grow“, das du vielleicht aus dem Radio kennen magst, „When it comes to us“, und „It isn´t like you“ echte Granaten, doch wirken viele Lieder zu ähnlich und überflüssig. Das zeigt, dass ein Album mit dem Label „Deluxe“ nicht unbedingt immer exklusiver und hochwertiger sein muss.

„Things I´ve never said“ von Frances ist eine Platte mit vielen interessanten Songs, allen voran „When it comes to us“ zusammen mit Ritual und „Cry like me“, doch wären drei, vier Songs weniger eine bessere Entscheidung gewesen. Quantitativ mag dieses Album mit 16 Titeln auf den ersten Blick überzeugen, doch ist vieles einfach zu ähnlich.

Doch sind Fans von starken Frauen, die auf melancholische Stimmen à la Adele und Katie Melua stehen, hier an der richtigen Adresse. Frances‘ Stimme erinnert stark an die von Jesse Glynne, allerdings singt sie viel ruhiger und tiefgehender. Ich empfehle, mit viel Geduld reinzuhören und sich die feinen Häppchen herauszupicken.

Highlight: Cry like me

Für Fans von: Adele, Katie Melua, Bon Iver

The Shins – Heartworms

Die ersten drei Lieder auf „Heartworms“ fand ich ganz schrecklich: Zu klaustrophobisch, zu voll, zu wenig Luft zum Atmen, in jeder vermeintlichen Pause erklingt mindestens ein Instrument. Es war mir zu experimentell. Doch dann wurde es ruhiger, und die Platte hat mir richtig Spaß gemacht. Ich musste zwischendurch an Alt-J denken (die ich gar nicht mag) und auch an The Wombats (die ich wirklich super finde), der Song „Heartworms“ hat mich sogar ein bisschen an die Anfänge von Arctic Monkeys erinnert, ein bisschen Two Door Cinema Club war auch herauszuhören. Aber diese Bands werden The Shins alle nicht gerecht, denn das aktuelle Album ist wirklich experimentell und anders als alles, was ich zuvor gehört habe. Eine Mixtur aus vielen verschiedenen Genres und Stilen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht zusammen passen, aber dann doch Sinn und Spaß ergeben.

Meine Recherche hat gezeigt, dass The Shins bereits etliche Studioalben herausgebracht haben, aber irgendwie ist die Band total an mir vorbei gegangen. Doch vor allem die Einflüsse in den weniger vollgestopften Songs wie „Mildenhall“ und „Dead Alive“ haben mir gefallen. Zwischendurch erklingen Elemente, die einen an beinah schon längst vergessene und vergangene Zeiten denken lassen, in denen „The Monkees“ und die Beatles um die musikalische Vorherrschaft gekämpft haben. Doch neben den Einflüssen der 60er Jahre wurde „Heartworms“ auch sehr synthielastig und erinnerte an die Anfänge von Bands wie Depeche Mode. Man merkt, dass The Shins schon etwas länger in der Szene zuhause sind und einfach mal ein wenig experimentieren wollen – und das klappt!

Die neue Platte von The Shins ist interessant für alle, die es etwas experimenteller und anders mögen. Die ungewohnten Klänge mögen nicht für jeden etwas sein, auch die Art und Weise wie Sänger James Mercer singt ist anders als es heute Gang und Gebe ist, aber gerade das sind die Aspekte, die mir an dieser Platte gefallen haben. Neu und unkonventionell, tanzbar und macht gute Laune – was will man mehr?

Highlight: Mildenhall

Für Fans von: Alt-J, The Wombats

Mighty Oaks – Dreamers

Die Mighty Oaks aus Berlin haben eine neue Platte! Die Band bringt ihr neues Hipster-Folk-Album auf Spur, das haarscharf an der Mainstream-Grenze entlangschlittert. Aber es funktioniert!

Wahrscheinlich hast du schon mal die Single „Be with you always“ im Radio gehört. Der Song zeichnet sich durch folklorische Komposition und Instrumente, die an Mumford & Sons erinnern, aus. Aus dem Mix von Akkustik-Gitarre, Piano, ab und an ein paar Streichern, und einem mehrstimmigen Männergesang entstand nicht nur die ausgekoppelte Single, sondern auch das ganze Album „Dreamers“. Wer also auf Folklore, Lagerfeuer und ruhiger, aber durchaus ernster Musik steht, wird von den Mighty Oaks garantiert nicht enttäuscht.

Während Songs wie „Dreamers“ und „Dust“ fast schon an Hardcore Folklore aus den Tiefen Schottlands erinnern, der einen direkt zum Tambourine greifen lässt, kann man sich sehr gut vorstellen zu „Never look back“ oder „Raise a glass“ auf einem Festival zu tanzen. Die Multikulti-Zusammensetzung des Trios ist in jedem Song zu spüren, vorallem der Folklore-Country-Style aus Großbritannien und den USA ist deutlich zu hören. Wer es also ausgeglichener mag und gerne Akkustik-Instrumente hört, der sollte sich „Dreamers“ auf jedenfall gönnen – und der Titel hält auch, was er verspricht: Die Musik ist wirklich ein bisschen zum träumen, vor allem am Ende, wenn sich das Album in „The great unknown“  bündelt und die Band nochmal alles gibt.

Dennoch bleibt, dass die Stimme von Sänger Ian Hopper sich in einer sehr eingeschränkten Stimmlage bewegt. Die rauchige, leicht leidende Stimme ist nicht für jedermann geeignet, aber es lohnt sich auf jedenfall, mal in „Dreamers“ reinzuhören.

Fazit: „Dreamers“ ist definitv ein Muss für alle Folk- und Country-Fans, aber auch Gitarren-Fanatiker und Musikfans an der Schwelle zwischen Mainstream und Alternative-Rock dürfte diese Platte begeistern. Ich empfehle wärmstens einmal reinzuhören.

Highlight: The great unknown

Für Fans von: Mumford & Sons, The Lumineers, Family of the Year

Wie gefallen dir die Platten? Findest du auch, dass „Things I´ve never said“ von Frances zu vollgestopft ist? Oder gefällt es dir so wie es ist? Magst du The Shins oder sind sie dir zu experimentell? Und was sagst du zu den Mighty Oaks und „Dreamers“? Zu viel Country – oder ist es gerade richtig? Schreib deine Meinung in die Kommentare!

Dankeschön Laura für diesen super Beitrag! Wir freuen uns sehr über deine tollen Musikvorstellungen und die Spotifyplayer laufen bei uns schon pausenlos!

Wenn dir der Beitrag auch so gut gefallen hat wie uns, dann gib Laura doch ein wenig Feedback in den Kommentaren oder besuche ihren Instagramaccount!

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