Reingehört – Lauras Platten im Mai 2017

Heute hat uns Laura netterweise wieder einen tollen Rückblick auf die Musik Neuerscheinungen vom Mai 2017 mitgebracht. Auch in diesem Monat haben großartige Künstler wie Marteria, Machine Gun Kelly, oder The Amazons neue Alben herausgebracht. Deshalb hat uns Laura ihre Eindrücke von den neuen Platten direkt mal festgehalten. Um auch ihre letzten Beiträge zu lesen klick dich unbedingt mal durch unsere Musikkategorie!

Marteria – Roswell

Der Mai ist vorbei und die Platten klingen nach! Das Geld muss weg und ihr müsst ab in den nächsten Laden und dieses Album unbedingt kaufen! Denn wie freuen wir uns, dass Marteria wieder da ist und stilvoller Reimgesang wieder durch Deutschland wabert?

Schon vor geraumer Zeit lief neben „Das Geld muss weg“ auch „Aliens“ (mit dem wunderbaren, unglaublichen Teutilla a.k.a. Arnim Teutoburg-Weiß, Frontmann der Beatsteaks) in den Radiostationen, doch jetzt haben wir mit „Roswell“ das komplette Album vorliegen. Und es ist, wie nicht anders zu erwarten, der Wahnsinn.

Man möchte es fast schon als Konzept-Album titulieren, denn Marteria hat sich mit dieser Platte zum Ziel gemacht, uns in andere Sphären zu katapultieren. Gleich in mehreren Songs benutzt der gebürtige Rostocker Metaphoren rund ums All, doch nicht nur die

platten Aussagen und extraterrestrischen Begriffe, mit denen er um sich wirft machen Spaß, sondern auch die deutliche, aber dennoch schick und fein verpackte Message überzeugen und regen zum Denken an. Genauso oberflächlich und gleichzeitig tiefgründig hört sich „Links“ an, ebenso ist „Tauchstation“ mindestens doppeldeutig gemeint. Ich empfehle bei dieser Platte einfach mal ganz genau hinzuhören, aber trotzdem das Genießen nicht zu vergessen.

„Roswell“ ist die logische Folge aus seinen ersten beiden Alben, dennoch ist die Weiterentwicklung und Experimentierfreunde zu erkennen. Diese Platte kommt auf jeden Fall auf meine Sommer-Playlist. Einfach eine grandiose Scheibe (dass „Cadillac“ sehr an „White Walls“ von Macklemore feat. Ryan Lewis erinnert macht auch nichts, den irgendwie bringen alle Lieder der Platte Spaß!).

Highlight: Scotty beam mich hoch

Für Fans von: Marterias Alben „ZidZI“ & „ZidZII“

Machine Gun Kelly – Bloom

„Was ist das denn für ein Kerl?“, möchte man am liebsten rufen wenn man sich den 27-jährigen Colson Baker auf der Bühne anschaut. Am ganzen Körper tättowiert, seine Kleidung sieht aus wie aus den neuesten Modemagazinen gerissen und trotzdem wirkt er wie direkt aus den Ghettos der USA her gebeamt. Und dann bennent er sich auch noch nach einem Kriminellen. Aber allen Vorurteilen zum Trotz: Sein Album „Bloom“ ist wirklich gut. Wer es mal etwas derber und härter mag ist bei „MGK“ an der richtigen Adresse. Der Opener „The Gunner“ haut rein und lässt keine Zweifel übrig, dass der Rapper ein ganz, ganz harter Bursche ist. Aber als es dann zu Kollaborationen mit James Arthur bei „Go for broke“ und Hailee Steinfeld mit „At my best“ kommt, merkt man, dass der Kerl ja auch ganz handzahm und gefühlvoll sein kann.

Dennoch kann er, wie es sich für einen Rapper seines Schlags gehört, nicht auf die üblichen

Schimpfwörter und Beleidigungen verzichten. Doch macht er irgendetwas anders als seine Kollegen aus den Staaten – zwar ist der Gangster-Rap a la 50 Cent schon längst Geschichte, aber die Bad Boys gibt es immernoch. Machine Gun Kelly ist einer von ihnen – aber irgendwie auch nicht, was das neue Album „Bloom“ beweist.  Und gerade diese Mischung zwischen seinem harten Image und seinem außergewöhnlichen Äußerem mit den teils sehr gefühlvollen und langsamen Rap-Texten macht ihn sehr interessant und er sticht aus der Masse der Bad Boys heraus.

Wenn du Trap, Rap, Hip-Hop und RnB magst, dann kommst du sowieso nicht an dieser Platte vorbei. Wenn das für dich alles Neuland ist, dann lass erstmal die Finger davon. Aber wenn du gerne mal in dieses und jenes Genre reinhörst, nicht festgefahren bist und hier und da neue Musik für all deine Stimmungen und Launen brauchst – Gönn dir MGK!

Highlight: Bad Things (mit Camila Cabello)

Für Fans von: Yelawolf, Kid Ink, G-Eazy und allen, die Rap der frühen 2000er dann doch irgendwie gefeiert haben.

The Amazons – The Amazons (Deluxe)

Es gibt neue Musik von der Insel! Und was klingt die britisch! Die Macher dieser coolen Britpop/Alternative Rock-Songs hören auf den Namen „The Amazons“, sind eine vierköpfige Band aus Reading und machen typischen Inselrock vom Feinsten! Das selbstbetitelte Album ist die Debut-Scheibe der Band und könnte gelungener nicht sein. Abwechslungsreicher, aber trotzdem stabiler und charakteristischer Gitarrensound dominieren die Platte, welche zusammen mit der Stimme des Sängers einen typisch britischen Sound ergeben.

Musikalisch sind sie schwer zu vergleichen. Man hört ein bisschen Royal Blood heraus, wie zum Beispiel in dem eher kühlen „In my mind“, wohingegen „Burn my eyes“ eher an Oasis erinnert. Doch auch Catfish and the Bottlemen wie auch Arcade Fire meint man beim hören des Albums zu erkennen. Es ist definitiv nicht zu

leugnen, dass die vier Jungs von vielen nationalen und internationalen Acts beeinflusst wurden und daraus ihren ganz eigenen Stil gemacht haben. Trotzdem sind die Songs very british und deifinitiv ein Muss für jeden Fan von guter, ehrlicher, starker Rockmusik aus dem Vereinigten Königreich.

Neben dem starken und lauten „Little Something“ ist auch das ruhigere, melodischere „Raindrops“nicht zu verachten. Genauso wie  das rockbaladige „Something in the water“, das zwar dominanten Gitarrensound verströmt, aber gleichzeitig tief ins Herz geht. Doch auch die Akkustikversionen die dieses Album zum „Deluxe“ Album umarrangieren, haben einen Mehrwert und sind nicht einfach nur draufgeklatscht worden, um nochmals Kohle aus dem Album rauszuschlagen. Die Versionen sind andächtigt und nachklingend arrangiert, man bekommt sofort Lust auf Livemusik und Open-Air Konzerte. Britpop 2.0 aller erster Sahne!

Highlight: Something in the water

Für Fans von: Circa Waves, Courteeners, Catfish and the Bottlemen

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